Tuttlinger Stadthexen e.V. 1985
Tuttlinger Stadthexen e.V. 1985

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Stadthexen e.V. 1985
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Tuttlingen vor 500 Jahren -

Die Geschichte der Tuttlinger Stadthexen


Die Geschichte Tuttlingens weist im Ganzen betrachtet, eine Besonderheit gegenüber allen anderen Städten auf, denn hier wurden überdurchschnittlich viele Hexenprozesse geführt – und zu ihrem (schlimmen) Ende gebracht.

 

Noch ein interessanter Aspekt ist im Verlaufe dieser Hexenprozesse zu beobachten, es wurden nur...
 

Frauen aus „einfachen“ Verhältnissen angeklagt. Wenn tatsächlich eine Frau der „Ehrbarkeit“ also aus begütertem Haus angezeigt wurde, kam sie umgehend wieder frei. Begründet wurde dies damit, dass eine Frau dieser Herkunft die Hilfe des Teufels nicht nötig hätte.


Im Rahmen der Hexenprozesse wurde auch gefragt, in welcher Gestalt der Teufel erschienen sei. Die Beschreibungen gehen dabei von einem „Burschen mit grünem Rock und Feder am Hut“ über einen „schwarzen Hund“ oder „einen Raben“ bis hin zu einem „schmucken Junker“.


In Tuttlingen gab es damals ein schönes Stadtschloss an der Stelle, an der man nach dem Stadtbrand den Fruchtkasten erbaute. An diesem Ort tagten später die Hexengerichte, die viele Urteile vollzogen und etliche „Hexen“ auf den Scheiterhaufen brachten.

 

Zwischen dem Stadtschloss und der Donau gab es einen kleinen Garten. In diesem Gärtchen trug es sich zu, dass der Teufel in Erscheinung trat! Er nahm listig auf einer Gesichtshälfte die Gestalt eines wunderschönen Jünglings an. Es war eine gemeine Art, so nach den jungen
Mädchen der Stadt Ausschau zu halten und sie mittels seines attraktiven Äußeren in den verborgenen Garten hinein zu locken. Gingen ihm die Frauen auf dem Leim, so war es um sie geschehen! Der Teufel zeigte nun seine echte, teuflische Gesichtshälfte. Er fiel über die Frauen her, vollzog sein Paarungsritual mit ihnen und als die Sonne wieder aufging war eine neue Hexe geboren.


Die auf diesen Gegebenheiten basierenden Tuttlinger Stadthexen zeigen mit ihrer Larve ein „freundliches“ Hexengesicht, welches von einem gelben Kopftuch abgeschlossen wird. Eine blaue, geblümte Bluse sowie ein blauer Rock, über dem eine gelbe Schürze getragen wird, bilden das Häs. Auf dem Kopftuch sowie auf der Schürze und dem Halstuch ist eine Tuttlinger Stadthexe aufgestickt. Blau / gelb geringelte Strümpfe, eine weiße Spitzenhose, Strohschuhe und der obligatorische Besen runden das Häs ab.


Die nach alten Prozessakten gestaltete Teufelsmaske zeigt eine Mischung aus zwei Gesichtshälften, einem ansehnlichen Jüngling und der des Teufels. Als Maskenhaube dient ein schwarzes Schafsfell, links und rechts der Larve geht zudem schwarzes Pferdehaar auf die Brust. Das Häs besteht aus einer roten Bluse in der Hüfte mit einem schwarzen Gürtel gebunden, einer schwarzen Lederhose und schwarzen (ebensolchen) Stiefeln. Ein Lederumhang, innen rot und außen schwarz, komplettiert das Häs.